KI im Handwerk: Was wir auf der Tech in Construction 2026 erlebt haben

26. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit
Jasper und Leon am Scotty-Messestand auf der Tech in Construction 2026

Zwei Tage Tech in Construction in Berlin. Unzählige Gespräche mit Handwerkern, Meistern und Geschäftsführern. Ein klares Signal: Das Handwerk ist bereit für Digitalisierung – wenn die Lösung einfach ist und echte Probleme löst. Hier ist, was wir mitgenommen haben.

Zwei Tage im Gründerbereich – mitten im Geschehen

Am 24. und 25. Juni waren wir als Aussteller auf der Tech in Construction in Berlin. Zwei Tage im Gründerbereich, zwischen Ständen aus der Baubranche, von Architekturbüros und Software-Anbietern.

Was schnell auffiel: Die meisten Startups dort richten sich an Bauunternehmen. Ausschreibungsanalyse, Angebotserstellung, Projektmanagement für Großbaustellen. Alles wichtig – aber wenig davon gemacht für den Handwerksbetrieb, der täglich mit Kunden arbeitet, täglich Anfragen bekommt, täglich gebraucht wird.

Genau da standen wir mit Scotty. Als eine der wenigen Lösungen, die sich explizit auf das Handwerk konzentrieren. Nicht auf den Bau. Nicht auf große Unternehmen. Sondern auf Betriebe, die jeden Tag erreichbar sein müssen – und es oft nicht schaffen.

KI war das Thema Nummer eins

Ein Thema hat sich durch die gesamte Messe gezogen: KI. Fast jedes Startup arbeitet damit. Die Besucher hatten Fragen – viele Fragen. Nicht skeptisch, sondern neugierig. Was kann KI konkret für meinen Betrieb tun? Wo spart sie mir Zeit? Und wie kompliziert ist das Ganze?

Das hat uns überrascht. Die Offenheit im Handwerk gegenüber digitalen Lösungen ist größer, als wir erwartet haben. Die Bereitschaft ist da. Was oft fehlt, sind einfache, verständliche Produkte ohne kompliziertes Konzept.

Bauministerin Verena Hubertz: „Seid offen für junge Unternehmen"

Am ersten Messetag hat Bundesbauministerin Verena Hubertz die Messe besucht und einen Impulsvortrag gehalten. Ihre Botschaft war klar: Junge Unternehmen sind wichtig, um die Branche zu digitalisieren und mit neuen Ansätzen voranzubringen.

Besonders ein Punkt ist uns im Gedächtnis geblieben: Ihr Aufruf an etablierte Unternehmen, offen zu sein. Mit jungen Firmen zu sprechen, ihnen zuzuhören. Weil in der Zusammenarbeit der größte Vorteil für beide Seiten entsteht.

Das deckt sich mit dem, was wir jeden Tag erleben. Wenn wir mit Handwerksbetrieben zusammenarbeiten, lernen wir genauso viel wie sie. Genau so entstehen Lösungen, die wirklich funktionieren.

Tag zwei: Der Zentralverband des Handwerks und unzählige Gespräche

Der zweite Messetag stand ganz im Zeichen des Handwerks. Der Zentralverband des Handwerks war mit der Initiative Make Innovation Digital vor Ort und hat mehrere Impulsvorträge gehalten.

Vortragssaal auf der Tech in Construction 2026
Der Zentralverband des Handwerks und die Initiative Make Innovation Digital auf der Tech in Construction 2026

Für uns war der Tag entscheidend. Wir hatten die Möglichkeit, mit unzähligen Handwerkern ins Gespräch zu kommen. Meister, Geschäftsführer, Betriebsinhaber – aus den unterschiedlichsten Gewerken.

Und ein Thema kam in fast jedem Gespräch: Erreichbarkeit.

Das Erreichbarkeitsproblem – größer als gedacht

Anrufe, E-Mails, WhatsApp-Nachrichten. Sie kommen den ganzen Tag. Auf der Baustelle, im Büro, beim Kunden vor Ort. Jeder im Betrieb kennt das: Das Telefon klingelt, und eigentlich sollte jemand rangehen. Aber wer?

Was wir immer wieder gehört haben: Es reißt dich aus allem raus. Egal ob du gerade konzentriert arbeitest, ein Angebot schreibst oder auf der Baustelle stehst. Die ständige Unterbrechung kostet Zeit, Nerven und am Ende auch Aufträge.

Und das Schlimmste: Es gibt keine einfache Lösung dafür. Viele Betriebe haben resigniert und nehmen es als gegeben hin. Besonders im SHK-Bereich haben wir gesehen, wie die Zusammenarbeit mit Hausverwaltungen das Problem noch verschärft – unstrukturierte Anfragen von Mietern, die über verschiedene Kanäle weitergeleitet werden und bei denen trotzdem eine schnelle Antwort erwartet wird.

Die wichtigste Erkenntnis: Das Handwerk ist bereit

Wenn wir eine Sache von der Tech in Construction mitnehmen, dann diese: Das Handwerk ist bereit für Digitalisierung. Nicht irgendwann. Jetzt.

Was Handwerker wollen, ist kein kompliziertes System mit hundert Funktionen. Sie wollen einfache Lösungen, die echte Probleme lösen. Lösungen, die Platz schaffen für die Aufgaben, die wirklich Spaß machen und wo man als Mensch noch Wert stiftet.

Nicht das Annehmen von Anfragen. Nicht das Beantworten von E-Mails, die sich wiederholen. Sondern die Arbeit beim Kunden vor Ort. Das persönliche Angebot. Die Pflege von Kundenbeziehungen. Ohne vorher stundenlang Zeit, Aufwand und Nerven in Prozesse zu investieren, die am Ende keiner dankt.


An jeden Handwerker, jede Meisterin, jeden Geschäftsführer, der an unserem Stand vorbeigeschaut hat: Danke. Eure Fragen, eure Geschichten und eure Rückmeldungen bringen uns weiter. Und sie bestätigen uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

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